Bei der letzten Gemeinderatswahl haben uns Ladenburgerinnen und Ladenburger zwei von 22 Sitzen anvertraut. Dafür danken wir. Für eigene Anträge braucht es mindestens drei Gemeinderäte, deshalb sind unsere Möglichkeiten hierbei begrenzt. Wir sind an keine Partei gebunden, und das ist Absicht: wir sehen Parteien grundsätzlich kritisch, weil ihre Eigenlogik aus Machterhalt und Lagerdenken die Sache selbst oft aus dem Blick verliert.
Wie Beteiligung aussieht, wenn sie nur so heißt
In den vergangenen Jahren haben wir mehrfach erlebt, dass Bürgerinnen und Bürger den Eindruck von Mitgestaltung bekamen, ohne dass sie tatsächlich stattfand. Drei Beispiele:
- Das Freibad: Für die Sanierung wurden drei Varianten präsentiert, alle von einem einzigen Unternehmen und in Absprache mit der Verwaltung. Eine davon wurde als die einzig vernünftige dargestellt, und genau diese wird nun umgesetzt, nachdem die Bürgerschaft in einer Inszenierung von der Alternativlosigkeit des einen Vorschlags in Kenntnis gesetzt wurde – ohne weitere Diskussionen zur Sache. Das sieht nach fairer und freier Auswahl aus. Wir fragen: Wäre es nicht ehrlicher und wirtschaftlich klüger gewesen, mehrere Anbieter im Wettbewerb ihre Konzepte vorstellen zu lassen und erst dann zu entscheiden?
- Das Altstadt Verkehrskonzept: Betroffene Bewohner sollten unter dem Dach eines beauftragten Beratungsunternehmens über Parkplätze, Parkraumbewirtschaftung, Gehwege und mehr diskutieren und so zu einen Konsens finden. Die Zusammensetzung war jedoch alles andere als ausgewogen oder transparent: Interessenverbände waren überproportional vertreten, die Bürgerschaft insgesamt nur durch die Gemeinderäte, die Gastronomie durch eine einzige, nicht gewählte Person. Wer so besetzt, entscheidet das Ergebnis schon vor der ersten Sitzung mit. Wir fragen: Nach welchen Kriterien wurde der Kreis zusammengestellt, und wer hat das entschieden?
- Die Flusswärmepumpe: Dazu haben wir bereits ausführlich Stellung genommen. Das Projekt steht finanziell auf tönernen Füßen, und es bleibt die Frage, ob hier Wirtschaftlichkeit oder Symbolpolitik den Ausschlag gibt.
Was wir anders machen wollen
Uns geht es nicht darum, Ihnen Probleme abzunehmen, sondern Sie zu befähigen, sie selbst anzupacken. Echte Beteiligung bedeutet für uns: offene Alternativen, faire Besetzung, nachvollziehbare Entscheidungen.
Wir setzen auf Hilfe zur Selbsthilfe. Wir wollen Ihnen den Rücken stärken, damit Sie Ihre Anliegen selbst vertreten können: Wir erklären, wie der Gemeinderat arbeitet, welche Wege es für Anfragen, Anregungen und Bürgerbeteiligung gibt, und wir begleiten Sie dabei. Die Stimme des Souveräns soll nicht an der Wahlurne enden, sondern das ganze Jahr über zählen. Wir wissen natürlich, das ist unbequemer, als alle paar Jahre ein Kreuz zu machen. Aber nur so ändert sich wirklich etwas – in unserer Stadt wie in unserem eigenen Verhältnis zur Politik.
Was Sie jetzt tun können
Machen Sie mit. Sprechen Sie uns an, wenn Sie selbst ein Verfahren erlebt haben, das nur nach Beteiligung aussah. Denken Sie an 2028. Mit einem dritten Sitz könnten wir eigene Anträge einbringen und Ihre Fragen förmlich in den Gemeinderat tragen. Wir zählen auf Sie…

